Journal 2026/2
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schon beim Backen den ersten Löffel Schokoladenteig ab, ein Ritual, das mindestens so unvergesslich ist wie der fertige Kuchen. KÄSEKUCHEN UND OBSTKUCHEN – CREMIG ODER SAFTIG Neben Schokolade waren es vor allem Käse- und Obstkuchen, die in Omas Repertoire unverzichtbar waren. Käsekuchen, mal mit Mürbeteig, mal ohne Boden, war ein echter Dauerbrenner. Er konnte schlicht und cremig sein oder mit Rosinen oder Zitrusfrüchten verfeinert. Jede Familie hatte ihre eigene Variante. Obstkuchen wiederum brachten die Jahreszeiten auf den Tisch: im Frühling Rhabarber, im Sommer saftige Kirschen oder Beeren, im Herbst Pflaumen oder Birnen. Auf einem lockeren Hefeboden, garniert mit Streuseln, wurden sie zu Lieblingen der ganzen Familie. Diese Kuchen waren saisonale Höhepunkte und gleichzeitig ein Ausdruck von Regionalität und Tradition. NUSSIG UND AROMATISCH – STRIEZEL, NUSSECKEN & CO. Im Herbst und Winter durften Rezepte mit Nüssen nicht fehlen. Der Duft von gerösteten Walnüssen, Haselnüssen oder Mandeln erfüllte die Küche und kündigte gemütliche Nachmittage an. Nussecken waren knusprig, süß und ein idealer Vorratskuchen, der mehrere Tage frisch blieb. Ein Hefestriezel mit Mandeln oder Rosinen gehörte zu Weihnachten fast selbstverständlich dazu, oft kunstvoll geflochten und mit Zucker bestäubt. Diese Backwerke waren nicht nur Genuss, sondern auch Ausdruck von Sorgfalt und Handwerk, jedes Stück ein kleines Kunstwerk, das lange in Erinnerung blieb. FESTLICHE KLASSIKER – TORTEN MIT TRADITION Besondere Anlässe verlangten nach besonderen Kreationen. Die Schwarzwälder Kirschtorte, reichlich gefüllt mit Sahne, Kirschen und einem Schuss Kirschwasser, war fast schon ein Ritual auf Hochzeiten oder runden Geburtstagen. Der Frankfurter Kranz, mit Buttercreme, Marmelade und Krokant, wirkte wie eine Krönung auf der Kaffeetafel. Und der Bienenstich mit karamellisierter Mandeldecke, gefüllt mit Pudding oder Sahne, verband knusprigen Biss mit cremiger Fülle. Diese Torten sind Symbole für Feierlichkeit und Zusammenhalt, die ohne Worte zeigten: Heute ist ein besonderer Tag. ■
Versunkener Apfelkuchen Zutaten (für eine Springform Ø 26 cm) • 125 g Butter • 150 g Zucker • 1 Päckchen Vanillezucker • 3 Eier • 200 g Mehl • 2 TL Backpulver • 2 – 3 EL Milch • 4 – 5 Äpfel (z.B. Boskop oder Elstar) • 1 TL Zitronensaft • 1 TL Zimt • Puderzucker zum Bestäuben Zubereitung 1. Den Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine Springform einfetten oder mit Backpapier auslegen. 2. Butter, Zucker und Vanillezucker cremig rühren. Eier einzeln unterrühren, bis eine helle, luftige Masse entsteht. 3. Mehl und Backpulver mischen, die luftige Masse abwechselnd mit der Milch unterrühren, bis ein glatter Teig entsteht. 4. Teig in die Springform füllen und glatt streichen. 5. Äpfel schälen, vierteln, entkernen und die Oberseiten der Viertel mehrfach fächerartig einschneiden. Mit Zitronensaft beträufeln und leicht mit Zimt bestäuben. 6. Die Apfelviertel mit der Schnittseite nach oben gleichmäßig in den Teig drücken – sie „versinken“ beim Backen leicht. 7. Im vorgeheizten Ofen ca. 35–40 Minuten goldbraun backen (Stäbchenprobe!). 8. Abkühlen lassen, mit Puderzucker bestäuben und servieren. Tipp: Besonders saftig wird der Kuchen, wenn man die Äpfel vor dem Backen kurz in etwas Butter und Zucker karamellisieren lässt.
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